Das einzelne
TrauerHilfe-Unternehmen ist immer bemüht dem Kunden, ein der modernen
Verstorbenenversorgung angemessenes Angebot zu machen. Für aufwändigere Arbeiten, wie sie zum Beispiel nach
Unfällen oder bei Überführungen ins Ausland notwendig werden, kann der einzelne Betrieb auf die
Fachpersonen der PFTT zurückgreifen. Das Wichtigste ist für uns, dass jeder Verstorbene würdevoll
versorgt und eingesargt wird und dass sich die Angehörigen in diesem Bewusstsein zu jeder Zeit entschließen
können, ihren lieben Verstorbenen noch einmal zu sehen.
Hygienische Grundversorgung:
Die hygienische Grundversorgung wird in vielen Ländern bereits durchgehend praktiziert. Dabei meint diese
Versorgung nicht, den Leichnam so stark zu schminken und herzurichten, dass der Verstorbene nicht mehr erkennbar ist,
sondern sie arbeitet streng nach dem Prinzip des "soviel wie nötig, so wenig wie möglich".
Bei der hygienischen Grundversorgung wird sichergestellt, dass einerseits auf eine würdige und pietätvolle
Weise vom Verstorbenen Abschied genommen werden kann und andererseits, dass die Erfordernisse der öffentlichen
und privaten Hygiene gewahrt bleiben.
In erster Linie geht es um hygienische Gesichtspunkte, welche zu berücksichtigen sind, damit die Angehörigen auch
beim direkten Kontakt mit dem eingebetteten Verstorbenen, dem Sarg und der Ausstattung sich nicht in eine Situation begeben,
die die Gesundheit unter Umständen beeinträchtigen könnte. Weiter ist zu beachten, dass die Würde des
Verstorbenen gewahrt wird und die Angehörigen somit ein gutes, ruhiges und friedliches Bild des toten Menschen mitnehmen
können. Beide Aspekte laufen oft Hand in Hand - so sind z. B. verschmutzte und verschwitzte Haare oder Blut unter den
Fingernägeln einerseits ein hygienisches Risiko, andererseits aber auch der Würde des Verstorbenen abträglich.
Einbalsamierung („modern embalming“)
Die praktische Thanatologie, auch bekannt unter "modern embalming", ist eine eigenständige Form der hygienischen
Totenversorgung. Sie ermöglicht eine pietätvolle, offene Aufbahrung von Verstorbenen, bei der Angehörige ihr
Familienmitglied in natürlich schlafender Weise in Erinnerung behalten können.
Der Verstorbene wird mit desinfizierenden Flüssigkeiten so versorgt und hergerichtet, dass die Hinterbliebenen den letzten
Gang zum offenen Sarg ohne Bedenken wagen können. Oftmals wird so die Furcht vor dem Toten genommen und die Trauer bewusster
wahrgenommen.
Die modernen Trauerforscher sind der Ansicht, dass der Mittelpunkt jeder Trauerbewältigung die bewusste Wahrnehmung des erlittenen
Schmerzes ist. Besonders bei einem plötzlichen Verlust ist die Aktivierung aller Wahrnehmungssinne erforderlich, um erst die
Situation erfassen zu können, ehe dann ein Verarbeitungs- und Bewältigungsprozess in Gang gesetzt werden kann.
Bemerkungen wie: "Wir möchten ihnen von einem persönlichen Abschied abraten!" sind für den wichtigen Prozess
der Trauerbewältigung ebenso schädlich wie den Verstorbenen seinen Hinterbliebenen mit ungewaschenen Haaren und unrasiert
zum Abschied zu zeigen.
Die praktische Thanatologie realisiert ein gepflegtes und natürliches Erscheinungsbild des Verstorbenen.
Gründe für die Einbalsamierung:
- Offene Aufbahrung zuhause über mehrere Tage
- Offener Abschied bei später stattfindender Trauerfeier
- Kosmetische Maßnahme bei starker Verfärbung
- Gesetzliche Vorschrift bei Überführung in bestimmte Länder
Restauration:
Auch die Wiederherstellung von Unfallopfern zur Ermöglichung einer Begegnung zwischen den Angehörigen und dem
Verstorbenen gehört zu den Aufgaben der Thanatologie. Maßgeblich sind dabei die sichtbaren Körperteile,
also die Hände und der Kopf. Selbstverständlich werden auch die nicht sichtbaren Körperteile hygienisch versorgt.
Über die Orientierung am natürlichen Aussehen des Verstorbenen, wozu manchmal ein Foto notwendig sein kann, wird versucht,
die Gestalt zu rekonstruieren. Den Angehörigen wird dabei ein so genanntes "exposal to the grotesque" erspart und
die Möglichkeit eines Abschieds geboten.
Für die Abschiednahme bei einer Restauration ist eine gute Vorbereitung und Begleitung der Angehörigen sehr wichtig.
Es wird vermittelt, dass mit dem Leichnam des Verstorbenen sorgfältig umgegangen wurde.
Totenmasken
Das Antlitz eines lieben Verstorbenen umgibt eine besondere Aura der Pietät und des Respekts. In der Trauerarbeit und in
der Erinnerung an einen einzigartigen Menschen vermag diese „Totenmaske“ mehr zu leisten als jede noch so schöne
Fotografie es kann.
Eine Totenmaske ist aber keine Maske im Sinne einer „Verdeckung“ oder einer „Abdeckung“, sondern eine
zeitlose Darstellung des Gesichts des Verstorbenen.
E. Benkhard schreibt in einem Essay: "Totenmasken bewahren, während Auflösung unentrinnbar am Werke ist.
Sie verkünden aber auch neues Werden, dessen Ahnung sie mit sich führen. So stehen sie, des Geheimnisses voll,
zwischen zwei Formen des Daseins, deren eine wir zu kennen glauben und deren andere wir nur glaubend erkennen."
So sind Totenmasken auf der einen Seite Kunstwerke aus der Werkstätte der Natur und auf der anderen Seite transzendentale Objekte.